Vivantes Hospiz

Leben & Sterben

Hoffe immer das Beste, aber bereite Dich auf das Unausweichliche vor.

amerik. PalliativmedizinerT. Quill

Plötzlich...

...plötzlich ist nichts mehr so wie es war: Eine schwere Erkrankung, die Sie selbst, einen nahen Angehörigen oder Freund getroffen hat, ist nun in ein Stadium eingetreten, das das Lebensende in greifbare Nähe rücken lässt. Angst hat Sie ergriffen und Sie stellen sich vermutlich viele Fragen. Heilung, so hat ihnen vielleicht Ihr Arzt gesagt, ist nicht mehr möglich; umso mehr geht es jetzt um umfassende Linderung aller körperlichen und psychischen Symptome und Beschwerden, um Beratung und menschlichen Beistand. Diese Weise der Zuwendung, der pflegerischen und ärztlichen Versorgung nennt man auch "palliative Versorgung" (engl. palliative care).

Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vivantes Hospiz, sind in dieser bedrückenden Zeit für Sie da. Wir verstehen es als unseren Auftrag - seien Sie nun Patient oder Angehöriger - Sie auf dem schweren Weg des Abschieds vom Leben oder des Abschieds von einem geliebten Menschen, mit Achtsamkeit, Respekt und Herzenswärme zu begleiten. In den Dienst dieser Aufgabe stellen wir uns mit all unseren Kräften und Möglichkeiten.

Unser Credo ist es dabei, die Lebensqualität unserer Patienten nach Maßgabe ihrer eigenen Wünsche und Vorstellungen zu erhalten und wenn möglich zu heben. Dies leistet gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten ein Team von Fachkräften, die in palliativer Pflege ausgebildet sind. Ihnen stehen geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Seite.
 

Geschichte und Idee

Die neuzeitliche Hospizidee beinhaltet ein umfassendes Betreuungs- und Pflegekonzept für Menschen mit einer aussichtslosen und schweren Erkrankung, deren Sterbeprozess absehbar ist oder bereits eingesetzt hat. Dieses Konzept, in dessen Mittelpunkt neben bester pflegerischer und ärztlicher Versorgung Zuwendung und Kommunikation stehen, bezieht sich nicht allein auf den Sterbenden selbst, sondern in gleicher Weise auf seine Familie, Angehörigen und Freunde.

Die Hospizidee verwirklicht sich zum einen in der Einrichtung des stationären Hospizes, zum anderen in der ambulanten hospizlichen Versorgung, die in der Regel im häuslichen Umfeld des Sterbenden stattfindet und Vorrang vor der Aufnahme in ein stationäres Hospiz haben sollte. In beiden Fällen erfolgt die Versorgung des Sterbenden in einem abgestimmten Zusammenspiel von Palliativarzt, Palliativ-Pflegeteam und ehrenamtlicher Begleitung, die sich besonders die psychosoziale Betreuung des Schwerstkranken angelegen sein lässt.

Die Hospizidee lässt sich historisch bis weit ins Mittelalter, die Zeit der Kreuzzüge und Ritterorden zurückverfolgen. Damals waren es vor allem Klöster, die vornehmlich Pilgern (lat. hospes = Fremder / Gast) aber auch Kranken, Schwachen und Sterbenden eine Gast- oder Raststätte anboten, ihnen zur Seite standen und menschliche Hilfe und seelsorgerischen Beistand anboten. Im 19. Jahrhundert entstanden zunächst in Frankreich, später auch in England und Irland erste Einrichtungen, die sich der Pflege Sterbender widmeten, wie zum Beispiel das Our Lady's Hospice for the Care of the Dying in Dublin, das 1879 eröffnete.

Markstein der modernen Hospizbewegung war die Gründung des St. Christopher’s Hospice durch die Krankenschwester und spätere Ärztin Cicely Saunders im Londoner Stadtteil Sydenham 1967. Nachhaltig beeinflusst und bekannt wurde die internationale Hospizbewegung durch die Arbeit der Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross und ihr weit verbreitetes Buch "Interviews mit Sterbenden".